Tischgemeinschaft Reserve Tischgemeinschaft Reserve

Tischgemeinschaft Reserve

2018

„Berlin – einmal anders“

Bericht Reise Berlin, TG Reserve, 7. – 10.6.2018

Die diesjährige Tischreise der TG Reserve führte für 4 Tage nach Berlin. Das Motto war: „Berlin – einmal anders“. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bedeutete das, bei vielen Programmpunkten einmal hinter die Kulissen schauen zu können und Hintergründe zu erfahren.

Tischfreund Horst Engelkes und seine Gattin Marita, die aus Berlin stammt, haben die Reise mit Unterstützung von Hanno Paas und Tischbaas Kurt Büscher kenntnis- und abwechslungsreich organisiert. Und man darf sagen, es ist ihnen gelungen: alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren begeistert.

 

Nach Ankunft im komfortablen Hotel Lindner am Ku´damm ging es gleich zum ersten Programmpunkt, dem berühmten Kriminalgericht Berlin-Moabit. Man erfährt, es ist das größte Strafgericht Europas. Wer geht dort schon freiwillig hin, es sei denn, man erfährt einiges zum Gebäude und seiner Geschichte, was man bislang noch nicht wußte.

 

Die Reisenden wurden empfangen von der Präsidentin des Landgerichtes und der charmanten Pressesprecherin Frau Jani, selbst auch Richterin, die uns, manchmal mit einem Augenzwinkern, Details des Landgerichtes näherbrachten. Die Architektur des wilhelminischen Hauptgebäudes steckt voller Symbole und Anspielungen, die der normale Besucher garnicht wahrnimmt, die uns aber detailvoll erläutert wurden. Hier wurde schon gegen den Hauptmann von Köpenick und Erich Honecker verhandelt, hier wird dem Trickbetrüger und dem Mörder gleichermaßen der Prozess gemacht. Ein Labyrinth von Gängen, Treppen und Abzweigungen mit allein 17 Treppenhäusern. Und wer glaubt, einen „Jungfernstieg“ gäbe es nur in Hamburg, täuscht sich. Auch in Moabit gibt es einen Jungfernstieg genannten Gang für die Zuführung weiblicher Gefangener aus der Untersuchungshaft in den Gerichtssaal, damals gebaut, damit sie nicht durch den Männertrakt gebracht werden mußten.            

 

Am Abend dann ging es in das berühmte Kabarett „Die Distel“ in der Friedrichstraße, hinter dessen Kulissen uns ein Tischmitglied der Reserve, Martin Maier-Bode, der selbst Schauspieler ist und in der Distel auftritt, einen Blick werfen ließ, garniert mit Geschichten und Geschichtchen seit der Gründung im Jahre 1953. Danach konnten sich die Jonges und ihre Damen an einer Vorstellung erfreuen. Im Rahmen des 65jährigen Jubiläums der Distel wird M. Maier-Bode am 4. November unter dem Titel „Ein Rheinländer mit Lust auf Preußischen Karneval“ Kabarettgeschichte(n) zum Besten geben – wer von den Jonges gerade in Berlin sein wird, sollte das nicht verpassen.

Nach einer Wannsee- und Schlösser-Rundfahrt bei Potsdam auf dem Traditionsschiff „Fridericus Rex“ aus dem Jahr 1927 war am Nachmittag dann Termin für ein Highlight der Reise. Tischkamerad Peter Gorgels hatte es möglich gemacht, für unsere Gruppe eine Besichtigungs- und Informationstour im Berliner Kanzleramt zu vereinbaren. Nach Passieren der Sicherheitsschleusen wurden wir von der Sekretärin des Kanzleramts- und Bundesministers für besondere Aufgaben, Prof. Dr. Helge Braun, empfangen.

 

Sie führte durch das 2001 bezogene Gebäude und erläuterte seine Entstehungsgeschichte und Architektur. Es gehört zu den bedeutendsten Bauvorhaben nach der Entscheidung für Berlin als neue Bundeshauptstadt. Über eine breite Freitreppe, auf der am Ende auch die Erinnerungsfotos geschossen wurden, ging es in die oberen Etagen. Offen und licht ist die Raumgestaltung. Viele Glasfronten schaffen eine Transparenz, die von innen nach außen und umgekehrt wirkt. Die weißen Wände bringen die aufgehängten Gemälde bedeutender moderner Künstler, darunter eine Galerie mit den Portraits aller bisherigen Bundeskanzler, beginnend mit Konrad Adenauer, gut zur Geltung. Das Arbeitszimmer der Kanzlerin im 7. Stock blieb den Jonges versperrt, jedoch konnten sie den Kabinettssaal auf der 6. Etage besichtigen, den man schon oft in den Medien hat sehen können. Einmal selbst am Ort der politischen Entscheidungen zu sein, war ein besonders herausstechendes Erlebnis.

 

Von der Hauptstadt in die Provinz, von der Politik zu einem nicht minder wichtigen Symbol von Berlin und Brandenburg, der Spreewaldgurke. Und das kam so: Tischmitglied Hanno Paas, selbst Landwirt, hat einen Bekannten, der Flächen sowohl am Niederrhein als auch im Spreewald bewirtschaftet. Dieser erklärte sich bereit, der TG Reserve seinen Betrieb zu zeigen. Dort angekommen, gab es zunächst einmal in einer großen Scheune eine Präsentation über das landwirtschaftliche Unternehmen und seine vielfältigen Aktivitäten, die eingesetzten Maschinen und die Feldfrüchte, die angebaut werden. Neben Getreide, Kartoffeln und Mais sind allein auf 115 ha die berühmten Spreewaldgurken gepflanzt. Nach vielen interessanten Daten und Fakten ging es dann zum Ort des Geschehens, dem Acker. Dort sahen die Jonges, fast alle wohl zum ersten Mal, einen Gurkenflieger in Aktion. Das ist kein Scherz, handelt sich doch um eine Erntemaschine, auf deren breit ausladenden Flügeln, die ca. 30 cm über dem Boden schweben, Mitarbeiter auf dem Bauch liegen, die die Gurken vom Boden abpflücken und neben sich in Körbe legen, während sich die Maschine, GPS-gesteuert, zentimeterweise genau in der Spur voranbewegt. Wer es genau wissen will, kann sie sich im Internet einmal ansehen; es ist eine überraschende Technik.  Eine Bootsfahrt auf Spreewaldkanälen rundete diesen Tag ab.

 

Wer kennt die Aufgaben und Verpflichtungen eines Bischofs, die er neben seiner geistlichen Tätigkeiten hat? Näheres dazu erfuhren die Reisenden am nächsten Vormittag von Erzbischof Dr. Heiner Koch, Erzbischof Dr. Heiner Koch, einem gebürtigen Rheinländer und Düsseldorfer Jong, von der Diözese Berlin, die weit über die Stadt Berlin hinausreicht. Nach einem Gottesdienst in der St. Hedwigs-Kathedrale erläuterte er der Gruppe in seinem Amtssitz seine vielfältigen Obliegenheiten. Dazu gehören neben der Hauptaufgabe der Seelsorge und der Verantwortung für ca. 2600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch die Leitung der Diözesanverwaltung und die Aufsicht über katholische Schulen und Krankenhäuser. Bei all diesen Verpflichtungen darf die Begegnung mit den Menschen aber nicht zu kurz kommen; sie ist ihm ein besonderes Anliegen.

Dazu gehört aber auch das Auftreten in der Öffentlichkeit, denn der Erzbischof wird zu mehr Veranstaltungen in der Bundeshauptstadt eingeladen und um mehr Interviews gebeten, als er bewältigen könnte.

Letzter Programmpunkt war dann eine eindrucksvolle Führung in dem im Bau befindlichen Berliner Schloss, dessen Wiederaufbau die TG Reserve vor Ort mit einer spontanen Spendensammlung unterstützte.

 

Abgerundet wurde die gelungene Reise von einem wunderbaren Wetter, das uns alle Tage Sonnenschein und fast wolkenlosen Himmel bescherte. Und alle waren sich sicher: das war wirklich Berlin „einmal anders“.

 

Joachim Helck

- Schriftführer TG Reserve -

 

Reserve im Kanzleramt
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...und genießen!
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