Tischgemeinschaft Reserve Tischgemeinschaft Reserve

Tischgemeinschaft Reserve

2017

TG Reserve auf Tour am Niederrhein

 

An einem regnerischen Freitag trafen radbegeisterte Reservistenjonges in Straelen am Niederrhein ein. Man spricht es aber „Stralen“ aus, genau genommen sogar „Strahlen“, was aber nicht für Sonnenschein sorgte. Trotzdem stürzten sich alle Teilnehmer unerschrocken auf die Räder und lernten mit einem mitreißendem ortskundigen Führer zunächst die „Grüne Couch“ kennen: ein übergroßes, aus Pflanzen bestehenden Kunstwerk in Sofaform, das vor dem Rathaus steht und gerne von dort frisch getrauten zum Fotoshooting genutzt wird. Obwohl keiner der anwesenden Jonges frisch in diesen Kreis der Mutigen eingetreten war, wurden doch Fotos gemacht. Anschliessend ging es weiter zur Heidezucht.

 

Da lernten die Teilnehmer, wie aus einer Heidepflanze viele gemacht werden. Sie gehören im Herbst mit zu den beliebtesten Farbgebern im Garten und es gibt sie inzwischen in vielen Regenbogenfarben. Zwischen Feldern voller Salatköpfen aller Art – eine weitere Spezialität der Region - ging es dann wieder zurück und zu einem zünftigen Kameradschaftsabend mit Grill unterm Regendach.

 

Dabei wurden auch Entwicklungen aus dem Kreise der Tischmitglieder ausgetauscht. So erklärte ein Tischmitglied, er habe, trotz einer anspruchsvollen Tätigkeit als Selbständiger und Erziehungsberechtigter, ein Studium der katholischen Theologie (in einer großen Nachbarstadt) begonnen, mit dem Ziel nebenberuflich Diakon zu werden. Dieses führte an dem Abend und auch in den folgenden Tagen zu vielen interessanten und intensiven Gesprächen untereinander.

 

Am nächsten Tag war nicht mehr Gartenbaukultur angesagt, sondern Architektur und Kirchenkultur. Zunächst erradelten die Reservisten sich Kevelaer (man ahnt es schon: „Kevelahr“ ausgesprochen). Kevelaer ist ein auch international bekannter Marienwallfahrtsort, fast 1 Mio Pilger, schätzt man, kommen jedes Jahr. Uns begegneten sie gruppenweise auf den Fahrradwegen, viele kommen aber auch einzeln. Seit 2015 gibt es auch eine interreligiöse Friedenswallfahrt mit christlichen, jüdischen und muslimischen Teilnehmern. Schließlich ist Maria die einzige Frau, die im Koran namentlich erwähnt wird.

 

Weiter ging es nach Arcen und seinen wunderschönen Schlossgärten, bis dann auf dem Jongesabend noch zünftig gefeiert und geklönt wurde.

 

Der letzte Tag der Tour sah die Reserveradler zunächst in Kempen, dessen wohl berühmtester Sohn der Mystiker Thomas von Kempen aus dem 13. Jahrhundert ist. Dann ging es in die Moderne und in ungemein aktuellen Themen: In Haus Ingenraedt empfing uns Freiherr von Loë, der unter anderem eine Jagdschule betreibt und mit dem sich trefflich über die Auswirkungen der heutigen Landwirtschaft auf die Jagd- und Forstwirtschaft diskutieren ließ.

 

An diesem Abschlusstag zeigte sich das Wetter dann auch wieder von der versöhnlichen Seite: Plastikpelerinen, atmungsaktive Funktionskleidung, ja selbst normale Anoraks konnte die Gruppe im Hotel lassen. Bei so vielen religiösen Berührungspunkten war der Wetterheilige Petrus offenbar milde gestimmt worden.

 

Text: Thomas Gerke

Fotos:  Joachim Helck

 

 

Jonges beim Essen
Jonges beim Essen
Intensiver Austausch
Intensiver Austausch