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Tischgemeinschaft Reserve

2016

Die Jagd nach dem Pflaumenkuchen

Radeln und Kultur im Paderborner Land

Wenn die Jonges-Reservisten aktiv werden, dann ging es zuletzt um „Radeln und Kultur im Paderborner Land“. Zwei wesentliche Flüsse der Rhein-Republik entspringen dort in dem flachen Land; die Ems als flachster Fluss der Republik und der kürzeste Fluss: Die Pader bornt am Fuße des Doms jener Diözese, die den Superlativ von Schwarz verinnerlicht: „Schwarz, Münster, Paderborn“. Erst ging es für die Reservisten jedoch auf die Suche nach dem Pflaumenkuchen; zu Fuß durch das heute allein der Kultur geweihte „Klosterareal Dalheim“. „Craft-Bier“ sagt man heute zum „Dalheimer Klosterbräu“; fast so lecker wie das Bier im Bereich des Reservisten-Saals in der Düsseldorfer Altstadt.

 

Im Dunstkreis des „Delbrücker Doms“ hatte sich der Konditor des „Cafes am Kirchplatz“ mächtig ins Zeug gelegt: Sahnetorten ohne Ende hatte er für die 21 zum ersten Boxenstopp angeradelten Reservisten vorbereitet. In der Nähe unterhielten einst schon die Römer ein Reservelager; zweiter Boxenstopp für die Jonges mitten in der Pflaumenkuchen-freien Senne.

 

Bis die Nacht über das Reservisten-Lager in der „Alt-Enginger Mühle“ hereinfiel, hatte man auch den Polizeidirektor aufgesammelt; praktisch im Besenwagen. Bei einem Extra-Zeitfahren der Sport-Reservisten hatte er aufgeben müssen – mit irreparablem Reifendefekt.

 

Das Jagdschloss, das bescheiden mit drei schmucken Fachwerkhäusern in Hövelhofen steht; das erreichten die Reservisten am Morgen nach dem „Bayerischen Abend“ in der „Alt-Enginger Mühle“. Flexibel, wie Jonges sind, stellten sie das Programm um: Für den dritten Tourtag drohte die Wetter-App mit Regen. Also gaben die Herren Strom auf ihre E-Bikes. Nach dem trockenen Blick auf den aktiven „Truppen-Übungsplatz Sennelager“ wurden die Reservisten im Park des feinen „Schloss Neuhaus“ belohnt: Bräute ohne Ende strahlten vor der Fachwerk-freien Weserrenaissance in die Sonne. „Pflaumenkuchen nix“, hieß es im Schlosscafe: „… aber Schwarzwälder Kirsch.“ „Globalisierung im Regionalmaßstab“ sei das, lästert Einer am Rande des Jonges-Tour-Dinners; mit Tischkrawatte und Sakko.

 

Die Kuckucksuhr schlägt sich durch den regnerischen Sonntagmorgen. Statt mit dem Zweirad geht es vierrädrig zum Finale: Gang durch das Nixdorf-Museum und die App-freien Anfänge der Computerisierung. Einen Experten für Apps und Cloud hatten die Reservisten aus der Landeshauptstadt mitgebracht, ebenso wie einen echten Paderborner: für die Geschichten hinter der Geschichte. Pflaumenkuchen gab es zum Finale auch – aus ostwestfälischer Bäckerei.

 

„Die Reservisten-Tour 2016 ist Geschichte. Unsere Tour-Direktoren Friedrich Wendel und Detlef Hempel haben sich unsterblich gemacht“, freut sich Tischbaas Kurt Büscher. Und denkt schon an den „Grand Depart Reserve 2017“. 

 

Martin Beier