Tischgemeinschaft Reserve Tischgemeinschaft Reserve

Tischgemeinschaft Reserve

2016

Die Reservisten

Der bewaffnete, musikalische Arm der Jonges

Wenn anderswo ein 50. Geburtstag ansteht, dann muss schon mal der/die Psycho ran. Nicht so bei den Jonges-Reservisten. „Wir sind fidel, engagiert und ambitioniert“, meint Tischbaas Kurt Büscher. Und erntet – natürlich – lebhaften Beifall. „Kein Wunder, dass diese Reservisten so entspannt sind“, mag man einwenden: „Reserve hat Ruh!“ Nicht so bei der „Tischgemeinschaft Reserve“ des Heimatvereins „Düsseldorfer Jonges“.

 

Diese Reservisten seien wegen ihrer Abstammung sozusagen „der bewaffnete Arm der Düsseldorfer Jonges“, meinte Kabarettist Martin Maier-Bode anlässlich der Geburtstagsfeier der Reservisten am 9. Juli 2016 im historischen Herzen der Altstadt. Die Patenschaft der „Schützengesellschaft Reserve“ sowie die enge Verbindung zur Bundeswehr, beflügelten den Kabarettisten zu einem Gala-Auftritt – fast wie im „Kommödchen“: Nicht, dass die Feier-Reservisten in der ersten Reihe kämpfen würden, wenn man z.B. mal die „Verbotene Stadt“ besetzen würde. Wenn es dann aber darum ginge, den Kölnern ‘ne richtige Verwaltung zu organisieren oder ’ne U-Bahn zu bauen, dann würden die Reservisten ausrücken und das Werk vollenden. Riesenbeifall im Saal des Hotel De Medici.

 

Beziehungsreich hatten sich die Reservisten zu ihrer Jubelfeier an „Ihrer“ Martinsstele getroffen. Es folgte die einfühlsame Andacht mit Dominikaner-Prior Elias in „Sankt Andreas“, der ehemaligen Hofkirche zu Düsseldorf. Ausgang durch das Mausoleum vorbei am Sarg des großen Kurfürsten, landläufig als „Jan Wellem“ bekannt und mit einer Medici verheiratet.

 

Und dann aus der kühlen herzöglichen Gruft rein in die Sonne im Innenhof des einstigen Jesuitenklosters. Wer sich diese Zeremonie ausgedacht – und mit wahrer Reservisten-Kunst organisiert hat, bis die Sonne schon bald wieder vor Sankt Andreas aufstieg! Unvergessliches hat das Festkomitee geleistet.

 

113 Tischfreunde zählte die Tischgemeinschaft am Geburtstag. Kabarettist Maier-Bode will nun an diesem Tisch sein der 114. Der älteste ist 92. Der jüngste ist 25. Am längsten dabei ist Herbert Niepenberg. Vor 46 Jahren kam er als Koch aus Schweden zurück in seine Heimatstadt. Und gleich an den Tisch der Jonges, wo sein Vater schon lange eine Heimat hatte.

 

128 Jonges einschließlich ihrer charmanten Lebensverschönerinnen haben dann im Saal weitergefeiert. Einer hat sich zur Feier des Tages sogar ‘n neuen Anzug zugelegt. Um 23 Uhr hieß es, es gebe keine Espresso-Tassen mehr. Vorübergehend. Tanz in allen Ecken hätte es gegeben, soll der Chronist schreiben. Stimmt. Der fetzige Sound kam von Wolfgang Scheelen und seinen Freunden. Der sitzt dienstags auch am Tisch der Reservisten. Der musikalische Arm der Jonges.

 

Martin Beier