Tischgemeinschaft Reserve Tischgemeinschaft Reserve

Tischgemeinschaft Reserve

2016

Vier Tage im Gesamtkunstwerk

Reservisten in Prag

Prag hinterlässt den unvergesslichen Eindruck eines Gesamtkunstwerks. Doch der Reihe nach: Erstmal „Bus’ten“ die Heimatfreunde zum Brunch ins sog „Gemeindehaus“. Recht profan hörte sich das an, entpuppte sich dann jedoch als 100 Jahre altes Jugendstil-Juwel. Später gab’s im typisch Prager Gewölbekeller böhmische Knödl und tschechisch schwarzes Bier.

 

Der Rundgang durch die Altstadt führte zum Rathaus, zum Wenzelsplatz. Die älteste deutsche Universität befindet sich in der tschechischen Hauptstadt: 1348 im Heiligen Römischen Reich gegründet von Kaiser Karl IV. Die jüngere Geschichte bildete den emotionalen Höhepunkt für die Reservisten und ihre Damen, der Besuch in der Deutschen Botschaft im Palais Lobkowitz. Manche Jonges hatten Tränen in den Augen auf dem berühmten Balkon, von wo aus am 30.9.1989 die großen Worte von Hans-Dietrich Genscher im Jubel ertranken: "Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise möglich geworden ist.

 

"An diesem sommerlichen Abend im Mai 2016 gab es erneut Jubel: Tischfreund Wolfgang Scheelen holte die Mundharmonika aus der Tasche für eine Blues –Session mit den „Masters of Jazz“ im kultigen „Reduta Club“. Das begeisterte nicht nur die Jonges, sondern auch die anderen Gäste aus Prag und aus dem Rest der Touristenwelt, der sich dort gerade versammelt hatte.

 

Mit einer Straßenbahn, Baujahr 1908, „kletterten“ die Reservisten auf die größte Burg der Welt ist: auf den Hradschin. Einen ganzen Tag hätte sie dort verbringen können; im Veitsdom, am silbernen Sarg von Johannes Nepomuk oder z.B. im „Goldenen Gässchen“. Aus den bunten Häuschen, die sich an die Burgmauer quetschen, weht noch heute der Geist von Franz Kafka.

 

Die quasi obligatorische Schiffsfahrt erinnerte die Jonges dann an die näher rückende Rückreise: Frank Gehry durfte sich auch am Ufer der Moldau verewigen; mit zwei schiefen Türmen, die die Welt vom Düsseldorfer Rheinufer kennt. In Prag haben sie sogar Namen: „Ginger und Fred“.

 

Die Prag-Reise der Reservisten bleibt unvergesslich mit den Namen von Tischfreund Michael Krüger und seiner Dagmar verbunden. Der „Vertreter“ der Düsseldorfer Jonges in Prag und sein Team haben neben dem normalen Dienst für die örtliche Commerzbank ein einzigartiges Besuchs-Programm zusammengestellt. Tischbaas Kurt Büscher konnte gar nicht genug Dank und Respekt zollen; und das auch für sein eigenes Vorstandsteam, das sozusagen sichtbar im Verborgenen Herausragendes geleistet hat. Die Reservisten freuen sich schon auf die nächste Reise. Die könnte – privat – durchaus noch mal nach Prag führen; quasi zur Vertiefung der Eindrücke aus diesem wunderbaren Prager Frühling.

 

Joachim Helck