Tischgemeinschaft Reserve Tischgemeinschaft Reserve

Tischgemeinschaft Reserve

2014

Begeisterung für Comtoise

das Tor 6/2014

Die TG Reserve besuchte das Uhrenmuseum in Bilk und erfuhr von einer Leidenschaft, die vom Vater auf den Sohn übersprang


Das „Comtoise-Uhren-Museum“ in Düsseldorf-Bilk war zum Frühlingsanfang Treffpunkt der Tischgemeinschaft Reserve zu einem Klön-Abend außerhalb der Jonges-Routine. Und wie geklönt wurde: Bernd Dekkert (64) hatte ursprünglich vor, Lehrer zu werden. Eine Studienfahrt führte ihn nach Frankreich. Auf dem Markt von Arles entdeckte er eine ungewöhnliche Uhr; eine Comtoise. Student Bernd kaufte sie für umgerechnet 33 Mark.


Zurück in Deutschland vertiefte er sich in die besondere Technik. Der Gewinn aus dem Verkauf seiner ersten restaurierten Comtoise ermöglichte ihm eine neue und später noch viele Frankreich-Reisen. Er kaufte weitere Uhren, restaurierte sie und verkaufte sie; aber nicht alle: Die besonderenComtoise konnten die Jonges jetzt in Bilk im Museum besichtigen.


Vater Bernd ließ nach den ersten Comtoise-Erfolgen das Lehrerstudium sausen. Er wurde Uhrmacher, Sammler, Autor und 2001 Gründer des Museums in Bilk. 1970 hatte er die Firma „Deckert Antike Uhren“ gegründet. Sohn Thomas (35) ließ sich von der Begeisterung und dem Erfolg anstecken: Er wurde Uhrmachermeister. Seit 2012 gehört er zur Jonges-Tischgemeinschaft Reserve.


Das Comtoise-Museum steht allen Interessierten offen. Die 25 Reservisten, die sich im Windhundverfahren für den Frühlingsanfang im Comtoise-Museum angemeldet hatten, waren begeistert von Bernd Deckerts Geschichte und von seinen Uhren. Deren Bezeichnung verweist übrigens auf ihre Herkunft und ist abgeleitet von der ostfranzösischen Region Franche-Comté. Sohn Thomas hatte die Erzähllust seines „alten Herrn“ vorab zu bremsen versucht. Die Bremsen hielten aber nicht: „Das war auch gut so“, versichert Reserve-Tischbaas Kurt Büscher: „Ich könnte da sofort noch mal hingehen“, sagt er, „auch ohne, dass ich mit selbstgemachter Linsensuppe bewirtet werde.“ Die hatten die Deckerts nämlich den Reservisten aufgetischt.