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2011

Hat die Tageszeitung noch eine Zukunft?

Besuch der TG Reserve bei der Mediengruppe Rheinische Post

Die täglichen Nachrichten über die Facebook-Generation und deren Kommunikationmit den elektronischen Medien vermitteln manchmal den Eindruck, dass es mit „der guten alten Tageszeitung“ so langsam zu Ende geht. Aber weit gefehlt liebe Jonges, denn auf Eure vertraute morgentliche Zeitungslektüre braucht Ihr auch im elektronischen Informationszeitalter nicht zu verzichten.

Denn wie konnte man hierzu in einer Sonderausgabe der Rheinischen Post lesen: Deutschland ist ein Zeitungsland! Sieben von zehn Deutschen lesen regelmäßig Tageszeitung, das sind 49 Millionen Leserinnen und Leser. Die verkaufte Auflage aller 347 Tageszeitungen beträgt täglich ca. 19,4 Millionen. Der Deutsche Zeitungs-Markt ist damit der größte in Europa.

Diese positiven Informationen haben die Jonges der TG Reserve angeregt einmal hinter die Kulissen zu schauen um bei der Mediengruppe Rheinische Post einiges mehr über das Medium Tageszeitung zu erfahren.

6. April 20.30 Uhr, Christian Knoche, unser sehr kompetenter Begleiter an diesem Abend, begrüßte uns im Pressehaus der RP. Mit einem Videofilm über die Struktur der Mediengruppe Rheinische Post wurden wir auf die kommenden Stunden eingestimmt. Die Jonges staunten: Die RP ist eine der wichtigsten Zeitungen Deutschlands mit erfolgreichen Partnern in den Niederlanden, Polen, Tschechien und der Slowakei. Das Internetportal RP Online gehört ebenso zur Mediengruppe wie europaweite Beteiligungen an Radio und Fernsehsendern. In unserem Bereich: Antenne Düsseldorf, Antenne Niederrhein, Radio Neandertal, Radio 90,1, Center TV.

Aber zurück zum gedruckten Wort der RP.

Mit einer täglichen Auflage von rd. 400.000 hiervon 90% im Abo, erreicht die RP 1,1 Millionen Leser und ist somit die größte Tageszeitung im Rheinland. Über 200 Redakteure arbeiten für den Zeitungsmantel und für 35 Lokalausgaben. Hierzu gehört auch die wichtige Redaktion in Berlin. Wie heißt es doch so treffend “ RP da ist Leben drin“

22.00 Uhr, nach der Videoeinführung mit anschließender lebhafter Diskussion und stärkendem Imbiss hielt es die Jonges nicht mehr auf den Stühlen. Jetzt lockten die Produktionshallen. 1. Station das Papierlager. Rolle an Rolle mit je 18.000 m aufgerollten Zeitungspapier auf 1400mm Papierbahnbreite. Verbrauch pro gedruckte Ausgabe 100 Rollen. Ausgerollt eine Entfernung von Düsseldorf bis Rom. Außer den Papierrollen war hier allerdings nichts zu sehen. Wo sind denn hier Mitarbeiter welche für den Rollentransport zuständig sind, fragten die wissbegierigen Jonges unseren Begleiter Christian Knoche.Hier gibt es keine Mitarbeiter war die Antwort. Der Rollentransport wird von Robotern ausgeführt. Die Jonges staunten und warteten gespannt auf die kommende Aktion. Mit einem Signalton setzte sich der von Computern gesteuerte 1.Roboter in Bewegung, suchte die passende Rolle, nahm diese auf seine Gabelund transportierte die Rolle punktgenau an den gewünschten Platz der Rotationsmaschine. Dies geschieht im Wechsel mit seinen „Roboterkollegen“ 100mal pro Ausgabe.

22.30 Uhr, Eintritt in die gewaltige Produktionshalle. Auf Offset- Rotationsmaschinen- Commander u. Cortina- wird die RP produziert. Was bedeutet denn Offset wollten die wissbegierigen Jonges wissen. Hier die Erklärung: Offset ist ein indirektes Druck-Verfahren. Das Druckbild wird nicht direkt auf’s Papier gebracht sondern spiegelverkehrt auf ein Gummituch und erst  von dort auf das Zeitungspapier, das schontFarbwalzen und Druckplatten. Ja, seit Gutenberg hat sich schon einiges geändert.

Der Star in der Produktion ist laut RP die neue Cortina Druckmaschine. Sie ist mit 28m Länge und 10m Höhe zwar kleiner und kompakter als die bewährten Commander Rotationen ( 64 m lang,18m hoch ) aber  ein Wunderwerk an Effizienz. Sie benötigt kein Wasser mehr für ihre Arbeit. Der Druckplattenwechsel ist automatisiert. Sie nimmt aus dem Stand volle Fahrt auf und verkürzt die Rüstzeit erheblich 40.000 Zeitungen in der Stunde kann sie drucken. Stichwort Wasser: Anders als bei den Commandern verdrängt bei der Cortina nicht Wasser sondern eine dünne Silikonschicht auf den Druckplatten die Farbe von jenen Stellen die nicht bedruckt werden sollen. Wasserersparnis durch diesen umweltschonenden wasserlosen Druck: 700.000 Liter pro Produktionstag. Weitere Vorteile der neuen Technik: Eine brilliantere Farbqualität, die Fotos wirken schärfer und strahlender.

Jedoch auch bei dem „Druckwunder Cortina“ ist die Kompetenz der Druckfachleute unverzichtbar. Stimmt die Farbwiedergabe der Grundfarben, Cyan ( Blau ) Magenta ( Rot) Gelb und Schwarz. Hat die Papierbahn die richtige Position. Sind die Walzen richtig justiert. Werden die Seiten bündig gedruckt. Liegen die richtigen Druckplatten bereit, dies ist besonders wichtig bei kurzfristigen Korrekturen / Ergänzungen der Redaktion. Denn bis 24.00 Uhr werden noch Eil-Meldungen berücksichtigt. Die Qualitätskontrollen erfolgen bei laufender Produktion und verlangen Können und volle Konzentration. Anerkennung für diese professionelle Arbeit und die hervorragende Druckqualität ist  die Aufnahme der Rheinisch Bergischen Druckerei  in den Internationalen Color Quality Club 2010-2012.

Waren wir bis hier schon mehr als begeistert von unserem RP Besuch, so wartete zum Schluß noch ein weiteres High Light auf uns, die Versandtechnik. Beim Eintritt in die Versandhalle, zeigt sich ein für den Laien verwirrender Anblick.  Kreuz und quer unter der Decke laufende Transportbänder im Verbund mit einer Vielzahl von Sortiermaschinen führen Beilagen und Zeitungen wie von Zauberhand zusammen.Über diese  Verarbeitungslinie können bis zu 12 Vorprodukte oder Beilagen pro Zeitung eingesteckt werden. 18 Teams sind hierfür in Tag- und Nachschicht im Einsatz damit bereits ab 22.45 Uhr die ersten Auslieferer ihre Zeitungspakete in Empfang nehmen können. Pro Jahr werden so bis zu 800 Millionen Broschüren und Prospekte beigelegt. In Deutschland steht die RP damit an der Spitze aller vergleichbaren Verlage.

23.30 Uhr, unser beeindruckender Besuch durch das -Medienhaus der Zukunft-, wurde beendet mit der Übergabe der druckfrischen RP Ausgabe für den 7.April. Noch einmal herzlichen Dank an Christian Knoche für das überzeugende und spannende Besucherprogramm.

Helmut Marrenbach